Breitensport
Mein Name ist Regina Jentsch und ich bin seit 2007 Breitensportwartin der EWU Hamburg/Schleswig-Holstein. Ich möchte diese Seiten nutzen, um Euch auch im Bereich Breitensport die Termin und Veranstaltungen etwas näher zu bringen. Bei Fragen oder weiteren Hinweisen zu diesem Bereich könnt Ihr mich auch gerne per Email kontaktieren.
Eine Vorstellung von mir, die auch im Westernreiter Ausgabe Januar 2008 erschienen ist, könnt Ihr Euch hier ansehen, weitere Infos findet Ihr auch auf meiner Homepage
Eure Regina
Termine
| Datum | Beschreibung | Ort | Telefon | Homepage | |
| 05.-06.04.2008 | Funktionelle Anatomie | Wasbek, Hof Bornbek | 04324-1610 (Regina Jentsch) | www.westerntraining-jentsch.de | |
| Weitere Infos: Funktionelle Anatomie mit Jörg Bös. Funktionelle Anatomie im Zusammenhang mit der Ausbildungsskala, Muskulatur /Aufbau, Beurteilung von Pferden auf der Dreiecksbahn und unter dem Sattel. Weitere Infos auch in dem Aushang, Anmeldung hier per Formular | |||||
| 18.-19.10.2008 | Funktionelle Anatomie | Grambek, Joes Sundown Stable | 0174-1331883 (Kirsten Krüger) | Email Pressewartin | www.joes-sundown-stable.de |
| Weitere Infos: Weiterer Kurs Funktionelle Anatomie mit Jörg Bös. Funktionelle Anatomie im Zusammenhang mit der Ausbildungsskala, Muskulatur /Aufbau, Beurteilung von Pferden auf der Dreiecksbahn und unter dem Sattel. Weitere Infos auch auf der Internetseite von Joes Sundown Stable, das Anmeldeformular könnt Ihr dort auch herunterladen | |||||
Berichte
Kursbericht April 2008 mit Jörg Bös
So lautete der Titel des Seminars, welches am 5/6.April in Wasbek angeboten wurde unter der Leitung von Jörg Bös. Aber was genau sollte dort an zwei Tagen passieren? Ich hatte jedenfalls schon sehr viel Gutes darüber gehört und entschloss mich relativ spontan, mich dazu anzumelden. Ich wollte schon immer mehr über die Beurteilung von Pferden wissen, sicherlich hatte ich mir einiges angelesen, was das Exterieur etc. anging, aber dieser Kurs sollte ja nicht nur die Beurteilung behandeln, sondern auch die Konsequenzen aus der Anatomie für das Reiten aufzeigen. Funktionelle Anatomie sozusagen. Für mich klang das sehr spannend und ich fuhr also am Samstag morgen zu dem Kurs. Einen Zweifel hatte ich jedoch – dieser Kurs wurde ja eigentlich als Trainerfortbildung angeboten, wäre dies also auch ein Kurs für die breite Menge des Breitensports?
Nachdem sich alle Teilnehmen eingefunden hatten, wurde mir schnell klar, dass ich nicht die einzige Nicht-Trainerin hier war, es hatten sich also auch andere hergetraut, insgesamt ergab sich so ein Grüppchen von dem Mann, der mit seiner Frau mitgekommen war, über Englisch-, Freizeitreiter, hinüber zu den Trainern-C bis hin zu einer Trainerin-B des Westernreitens.
Ich kann das Fazit schon mal soweit vorweg nehmen – nachdem ich diesen Kurs gemacht habe, war mein erster Gedanke, dass ich so etwas auch anbieten wollte. Und zwar gerade noch mal für die breite Masse und gerade für die Anfänger. Aber dazu später noch einmal mehr. Denn wir begannen mit elementaren Dingen, die sich eigentlich jeder einmal anschauen sollte – wie sieht die Muskulatur und der Knochenaufbau eines Pferdes aus. Dabei stellte sich doch für manchen heraus, dass die Wirbelsäule eben nicht einfach am Hals entlang verläuft. Aber eben nicht nur dies, denn dieses Wissen kann man auch relativ einfach aus Büchern erlangen. Wie beurteile ich denn diese Merkmale nun? Und was kann ich auf den ersten Blick erkennen, wenn ich mir ein Pferd anschaue, wie wird es sich beim Reiten geben bzw. welche Probleme könnten auftreten?
Jörg schulte an einem halben Tag unser theoretisches Wissen und schaffte es tatsächlich uns sprachlos zu kriegen (was bei manchem schon sicherlich nicht so einfach war), wahrscheinlich weil bei jedem die kleinen Rädchen im Gehirn ratterten. Auch wenn er immer wieder nachfragte, ob Fragen da seien, so blieben wir - zumindest vorerst – sprachlos, denn so manche Frage ging uns im Kopf herum, die wir aber lieber am lebenden Objekt beratschlagen wollten. Dennoch wurden wir nicht überfrachtet, sondern bekamen eine gute Dosis Theorie und konnten dieses zusammen mit einer Pizza oder Salat in der Mittagspause verarbeiten.
Nach dem Mittag folgte der erste praktische Teil. Ich hatte meinen Jungspund Snikkers leider nicht mitnehmen können, was im Nachhinein sehr schade war. An diesem Tag wurden uns nun aber 4 Pferde erst an der Hand vorgestellt und sollten dann später unter dem Reiter vorgestellt und von Jörg korrigiert werden. Es waren 4 unterschiedliche Pferdetypen, so dass wir sehr viel mitnehmen konnten. Und auch wenn wir vorher so einiges schon in der Theorie durchgenommen hatten, so tauchten hier doch noch so einige Aha-Effekte auf. Erstaunlich war auch immer wieder, wie genau die Vorhersagen von Jörg, wie dieses Pferd laufen würde, zutrafen. Er triezte uns ja auch immer wieder mit Fragen – Und, wie sehr wird dieses Pferd vermutlich im Rücken schwingen? Wie wird es mit der Hinterhand aussehen? Und DIE Frage des Kurses überhaupt (da dieses für den Laien bzw. denjenigen, der noch nicht Gelegenheit hatte tausende Pferde zu beurteilen, eine wirklich knifflige Sache sein kann) – ist die Niere nun fest oder weich?
Allerspätestens dann beim Reiten konnte Jörg dann noch mal weitergehen und das, was er vorher treffsicher vorhergesagt hatte, beim Reiten noch einmal zeigen und unsere Augen auf so manches lenken, was ich mir bisher noch nicht genauer angeschaut hatte bzw. worauf mein Augenmerk bisher einfach noch nicht so gelegen hatte. Nach ca. einer halben Stunde Unterricht waren bei jedem deutliche Unterschiede zu erkennen. Dabei fand ich es vor allem erstaunlich, dass Jörg nicht nur gleich auf das Problem an sich einging, sondern auch erstmal Hilfe bot bei so einfachen Dingen wie einem nervösen Pferd in einer ungewohnten Umgebung. Sicherlich hat jeder so seinen Gedanken, was man bei so einem – ich würde vor allem mal eher sagen – „Problemchen“ mit seinem Pferd tun würde, aber dennoch gab Jörg noch einmal anderweitige Ideen, was man in solchen Situationen tun könne.
Am Abend fuhr ich nach Hause und mir schwirrte zugegebenermaßen der Kopf. So mancher hatte ich nach dem ersten Kurstag schon gefragt, ob er/sie sich sein Pferd abends noch mal anschauen sollten? Mich hätte es gereizt, ich unterließ es aber doch fürs erste.
Am zweiten Tag gingen wir noch einmal ganz kurz auf die Theorie ein, wiederholtes dieses oder jenes und konnten nun noch einmal ein paar Fragen rausholen, denn jetzt hatte unser Kopf ja eine kleine Denkpause gehabt, um diese noch mal zur Sprache zu bringen.
Wir gingen dann relativ schnell wieder in die Halle zur Pferdebeurteilung, so langsam bekamen wir auch eine Routine (sofern das nach 4-5 Pferden möglich ist) uns von zu kleinen oder korrekten Maulspalten über wachsame Augen ohne weiß, hinüber über die korrekte Ohrgröße, dem vermessenden Blick auf den Hals und den Ansatz der Wirbelsäule, hinab zu Röhrbeinen und Hufwinkelungen, wieder hinauf über die schräge oder nicht so schräge Schulter, zum Ertasten der Widerristkappe und dem Prüfen der Gurttiefe, der Länge des Rückens nach hinten und dem heiklen Thema der weichen oder festen Niere, was wirklich ein Thema für sich war, an der Schräge der Kruppe entlang hinab zu der Winkelung der Hinterhand heranzutasten.
Auch an dieser Stelle kann ich nur sagen – man muss den Kurs einfach mal mitgemacht haben, um von Jörg auf all die Feinheiten hingewiesen zu werden, aber das würde diesen Bericht sprengen, ich habe jedenfalls beim mitschreiben einige Seite verbraucht, um zumindest so einiges schriftlich zu behalten.
Nach den Beurteilungen ging es nun an einen weiteren spannenden Teil, den ich so nicht erwartet hatte – der Beurteilung bzw. sozusagen das „nach-richten“ von Ewu-Prüfungen der German Open. Dazu hatte Jörg diverse Dvds mitgebracht und so schauten wir uns so einige Jungpferde-Prüfungen an. Ich muss sagen, vorher hatte ich wirklich einen anderen Blickwinkel der Prüfungen. Hinzu kam, dass Jörg gerade selbst an der Überarbeitung des Regelbuches, gerade was die Jungpferdeprüfungen angeht in Bezug auf die Ausbildungsskala, mitgearbeitet hatte und uns so „das Leben schwer machte“ – da wir selbst mal Richter spielen sollten und Punkte vergeben mussten. Außerdem mussten wir schnell feststellen, dass es eben nicht so einfach ist zu richten, wie mancher wohl denkt. Gerade bei den Jungpferdeprüfungen musste man noch so einiges mehr beachten und auch hier stieß Jörg unsere Augen mal wieder auf das eine oder andere Detail, was uns bisher verborgen geblieben war.
Nach einer abschließenden Fragerunde und dem Fazit des Kurses gingen alle mit einem großen Packen theoretischen Wissens nach Hause, begierig, sich nun doch einmal die Pferde, die Zuhause geblieben waren, anzuschauen und die Tipps umzusetzen, die wir aus dem Unterricht mitgenommen hatten.
Ich kehre nun schließlich zu dem vorweggenommenen Fazit zurück – ich kann für mich nur sagen, dass ich sehr viel Wissen mitgenommen habe, auch als Nicht-Trainer und jetzt unbedingt diesen Kurs noch einmal selbst in unserem Stall mit Jörg anbieten möchte – zum einen, um allen dieses Thema einmal nahe zu bringen, denn hier ist es schließlich egal, was für einer Reitweise man angehört, welchen Sattel man nutzt oder um was für eine Pferderasse es sich handelt, die Erkenntnisse und Tipps die man bekommt, sind einfach übergreifend. Zum anderen habe ich noch den reinen Eigennutz offen, dass ich doch, nachdem ich mir mein Pferd nun am Sonntagabend nach dem Kurs ausgiebig und auch danach immer wieder angeschaut habe, egal ob im Stand oder beim longieren, noch einmal gerne und unbedingt die Meinung von Jörg erfahren würde. Auch wenn ich so vieles verstanden habe – aber ist die Niere nun weich oder hart?
Eure Kirsten Krüger
Kursbericht Februar 2007 mit Jörg Bös
Die Ausbildungsskala ist eines meiner Lieblingsthemen und die Zusammenhänge zwischen Muskeln, Skelett und Bewegung zu verstehen, finde ich interessant und sehr wichtig. Dressur und Anatomie habe ich bereits als Kursus selbst angeboten und dann kommt Regina mit dem genialen Vorschlag:
Da gibt es jemanden, der bietet Lehrgänge an mit dem Thema:
Funktionelle Anatomie im Zusammenhang mit der Ausbildungsskala
Jörg Bös ritt erfolgreich Springen und Dressur, und wollte als entspannter Geländewesternreiter enden. Wenn da nicht doch der Ehrgeiz gewesen wäre und so ging es weiter mit Trail, Pleasure, Horsemanship und Reining. Neben der Reiterei wurde die Richtertätigkeit bis auf internationale Ebene ausgedehnt.
Jörg Bös hat bei allen Reitweisen erkannt, dass nur die Einhaltung der Ausbildungsskala aus einem Jungpferd ein langlebiges Reitpferd macht. Als Auftakt wurde uns noch einmal die ethischen Grundsätze vor Augen geführt und jeder noch einmal daran erinnert, dass die souveräne Ausbildung eines Pferdes praktizierter Tierschutz ist.
Wie ist das Skelett des Pferdes aufgebaut und wie wird es mit Muskeln überzogen. Welcher Muskel setzt wo an, und wie bewirkt er durch richtige Bewegung, dass wieder ein anderer aktiv wird? Besonderes auf den Hals des Pferdes wurden wir aufmerksam gemacht. Wenn ein Reiter weiß, wie die verschiedenen Muskeln des Halses Schulter, Rücken und weitergehend Bauch und Hinterhand beeinflussen, wird jeder den Sinn der Dehnungshaltung verstehen.
Nach der umfangreichen Theorie ging es an die Praxis. „Vormuster“, Exterieurbeurteilung und Bewegungsablauf war angesagt, an verschiedenen Pferden konnten wir unseren Blick schulen, wie ist der Hals angesetzt, wo ist die Widerristkappe, Rücken, Beinstellung und los ging's: Schritt weg, Trab und wie läuft der Kamerad? Anschließend zeigten sich die Vierbeiner unter dem Sattel und dann gab es Tipps, um die Bewegung zu verbessern. Ah und Oh war das Loslassen des Halses, den Weg in die Tiefe suchen und dann die steife Seite dehnen. Wo tritt das Hinterbein hin, nimmt es mehr Gewicht auf?
Da es sehr verschiedene Pferde waren, war es doch sehr spannend, dass alle in etwa dasselbe Problem hatten; Am nächsten Tag wurde vertieft; der Blick war schon sicherer, die Unsetzung durch die Reiter klarer.
Mir hat das Wochenende gut gefallen, weil ich mich in vielen Punkten bestätigt sah und würde mich freuen, wenn es eine Wiederholung gibt, damit noch mehr Reiter die Möglichkeit bekommen, so ein wichtiges Thema so intensiv und mit so viel Praxis vermittelt zu bekommen.
Bedanken möchte ich bei Regina, die die Organisation auf sich genommen hat und bei Familie Osterkamp, die die Anlage zur Verfügung gestellt hat.
Wibke Behrens